Begeistert vom Konzert der Gents

Monika Holstein, Bonn. Zum Artikel "Der Schlachthof wird wieder zur großem Tanzfläche" vom 8. Januar. Einem Zufall verdanke ich das Ticket für das furiose Konzert der Band "The Gents" im Schlachthof in Nürtingen. Ein Beitrag für das "Licht der Hoffnung". Für mich war es ein Licht musikalischer Freuden bis in den frühen Morgen! Nürtingen, für mich als Rheinländerin bisher ein unentdeckter Fleck auf der Landkarte, ist seit Samstag allerdings ein echter Hotspot in Sachen kultiger Musikevents.

Meinen Respekt vor diesem preisverdächtigen Hitmarathon an die "Gents" und an die Zeitung, die die Erlöse eines so wunderbaren Musikevents mit dem kongenialen Groove der Sechziger- und Siebzigerjahre einem guten Zweck zuführt.

Ich habe schon lange nicht mehr so ausdauernd das Tanzbein geschwungen - und mit mir wohl wit mehr als hundert Fans dieser Stimmungsmacher. Ein genialer Abend mit mehr als leidenschaftlich vorgetragenen beats! Hätte das Wetter mitgespielt, der Schlachthof wäre aus den Nähten geplatzt, da bin ich mir sicher. Danke, Nürtingen - you made my Weekend!

Nürtinger Zeitung vom 17.1.2019

 

Der Schlachthof wird wieder zur großen Tanzfläche

Licht der Hoffnung: Die Gents begeistern bei ihrem Konzert zu Gunsten der guten Sache mit rockigen Evergreens

 

Seit 54 Jahren im Einsatz und kein bisschen leise: die „Gents“ haben im Schlachthof wieder für den guten Zweck gespielt. Foto: Krytzner 

Die fünf Musiker der Beatband „The Gents“ haben ein Ziel: Welthits, vornehmlich aus den 1960er-Jahren, unvergessen machen. Zu ihrem Repertoire gehören aber auch live gespielte Songs aus den 1970er- und 1980er-Jahren. Am Samstag begeisterte die Band das Publikum im Schlachthof wieder so sehr, dass die Besucher ganz im Stil der alten Zeiten zu den Rhythmen tanzten.

 NÜRTINGEN. Seit 54 Jahren gibt es die Band schon und sie ist noch kein bisschen leise. Im Gegenteil: Wolfgang „Bongo“ Arnold, Waldemar Janicki, Harald Seeger, Rudolf Bayer und Rainer Botzenhardt haben sich dem pulsierenden Beat der alten Zeit verschrieben. Sie tragen live und Ton für Ton die unvergessenen Riesenhits der Rolling Stones, der Hollies und anderer Musikgrößen in die Hallen und Säle von Nürtingen und Umgebung. Dies war 1970 schon so, als es noch keine Diskotheken oder Dancefloors gab. Bis heute lieben es die Rockvirtuosen nach wie vor, saubere Beats gekonnt auf die Bühne zu bringen.

Das Publikum im Schlachthof war von Anfang an dabei und es gab kein Stillstehen mehr. Im Takt wurde kräftig mitgetanzt und das beflügelte die fünf Musiker noch mehr, ihren Sound zum Besten zu geben. Sänger Rudolf Bayer heizte den Saal mit seiner unverwechselbaren Stimme an. Er ist quasi das „jüngste“ Mitglied der Gents. 2015 hat er den Lead-Gesang übernommen und er ist kaum ohne seine musikalische Braut, die „weiße Strat“, zu sehen. Die E-Gitarre ist das Markenzeichen des Musikers. Wolfgang Arnold dagegen zählt zu den Gründungsmitgliedern der Band. Und das mit zarten 14 Jahren. Er hat die Auflösung, den Namenswechsel und die Wiedervereinigung der Band hautnah miterlebt. Nach einem Ausflug in die Western- und Countrymusik gesellte er sich 1994 wieder zu den Gents. Die Drumsticks schwingt Waldemar Janicki, der in Filderstadt eine eigene Musikschule betreibt. Für ihn gibt es keine Grenzen. Er kennt sich in jeder gewünschten Stilrichtung gut aus.

Harald Seeger spielt bei den Gents die Leadgitarre und blickt mit seinen 66 Jahren auf eine lange musikalische Zeit zurück. Er begann mit 17 Jahren, Gitarre zu spielen und tingelte mit verschiedenen Rockbands durch die Lokale und Orte.

Rainer Botzenhardt hat den gemütlichsten Platz in der Band: Er spielt Keyboard. Acht Jahre lang war Botzenhardt Musiklehrer an der Nürtinger Neckar-Realschule. Rund 100 Auftritte bei Geburtstagen, Hochzeiten und größere Gigs boten ihm die gesuchte Erfahrung. Bei den Gents erfüllt er sich seinen Lebenstraum: in einer Rockband zusammen mit erstklassigen Musikern live zu musizieren.

Die Gents sind gern gesehene Gäste und Stimmungsmacher bei Firmenfeiern und Hallenkonzerten. Aber auch bei Open Airs und Straßenfesten werden die fünf Musiker gerne gebucht. Dauergäste sind die Gentlemen beim Nürtinger Stadtfest, bei der Musiknacht in Esslingen und beim Pfingstmarkt in Köngen.

Ein besonderes Highlight ist aber immer das Konzert am 5. Januar im Schlachthof, wie Wolfgang Arnold betont. „Da kamen früher an die 400 Leute und haben über zwei Stunden mitgetanzt.“

Die Songliste ist diesmal genauso lang wie die Band alt ist. 54 Musikstücke haben die fünf Musiker in petto und sie lieben es, wenn das Publikum mitfeiert. Und bereits seit 16 Jahren geht der Erlös des Konzerts an die Spendenaktion der Nürtinger Zeitung „Licht der Hoffnung“.

Nürtinger Zeitung 8.1.2019 von Thomas Krytzner

 

Gents spenden nach dem Konzert 600 Euro für Licht der Hoffnung

Über vier Stunden lang hat die Nürtinger Beatband „The Gents“ in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar im Schlachthof ihre Zuhörer zum Tanzen zu den Rhythmen von Oldies der 1960er, 1970er und 1980er Jahre gebracht. Damit haben sie nicht nur für 130 Besucher eine gute Tat getan, sondern auch für „Licht der Hoffnung“, die Weihnachtsaktion der Nürtinger und Wendlinger Zeitung. Denn die Eintrittsgelder des Auftritts haben die „Gents“ komplett für die sechs Projekte, die von der Aktion unterstützt werden, zur Verfügung gestellt. Dieser Tage haben Keyboarder Rainer Botzenhardt (links) und Bassist und Gents-Gründungsmitglied Wolfgang „Bongo“ Arnold (rechts) die Spendensumme von 600 Euro übergeben. Seit dem Jahr 2003 spielen die „Gents“ bereits zu Gunsten von „Licht der Hoffnung“ und Arnold kann sich daran erinnern, dass in einem Jahr auch schon einmal ein Spendenbetrag von 2300 Euro zusammengekommen ist. Dass der Zuschauerzuspruch diesmal nicht so hoch ausfiel, führen die Musiker auf das extreme Regenwetter am Veranstaltungstag zurück. Sie wollen auf jeden Fall am nächsten 5. Januar wieder im Schlachthof auftreten – dann mit mindestens sechs neuen Titeln im Programm. Neben Arnold und Botzenhardt sind im Schlachthof aufgetreten: (von links) Harald Seeger an der Leadgitarre, Rudolf Bayer (Gesang und Rhythmusgitarre) und Waldemar Janicki am Schlagzeug. lcs   (NtZ vom 18.1.18)

 

Tanzen zu Beatmusik der 60er hält einfach jung

 

Nürtinger Zeitung 08.01.2018 von Lutz Selle

Die „Gents“ spielten über vier Stunden lang im Nürtinger Schlachthof

 In den Mai tanzen lässt sich an vielen Orten. In den Dreikönigstag hineintanzen, das ist seltener. Seit nunmehr 15 Jahren bietet die Formation „The Gents“ diese Möglichkeit bei ihrer Kult-Party im Schlachthof an. Die Musiker der im Jahr 1964 gegründeten Gruppe sind älter geworden und mit ihnen auch ihr Publikum. Die Stimmung war in diesem Jahr aber so spitze wie eh und je.

 

Die Fans liefen zur Musik der Gents ebenfalls zur Höchstform auf. Foto: Selle

 

NÜRTINGEN. Seine leichte Enttäuschung kann Wolfgang Arnold nicht verbergen. Das einzige noch aktive Gründungsmitglied der Gents erinnert sich an noch gar nicht so lange vergangene Zeiten, als die Band noch über 300 Fans in den Schlachthof lockte. In diesem Jahr sind es deutlich weniger Personen, die ihren Obolus entrichten, der wie immer komplett „Licht der Hoffnung“, der Weihnachtsaktion unserer Zeitung, zugute kommt. Diejenigen, die trotz ungemütlichen Regenwetters erschienen sind, waren dafür begeistert und tanzwütig wie eh und je. Zudem hatten sie dafür etwas mehr Platz zum Tanzen als in den Vorjahren. 

Und auch an den Musikern hat der Zahn der Zeit nicht genagt. Sie spielen die Beat- und Rockmusik ihrer Jugendtage noch immer nahezu in Perfektion und beweisen Jahr für Jahr ihre erstklassige Kondition, indem sie über 50 verschiedene Titel live spielen und ein Konzert über mehr als vier Stunden bis nach Mitternacht bieten. 

Wolfgang „Bongo“ Arnold, inzwischen 68 Jahre alt, spielt nicht nur an der Bassgitarre seine jahrzehntelange Routine aus. Auch mit witzigen Ansagen und als Sänger, unter anderem bei „You Really Got Me“ von den Kinks, weiß er zu überzeugen. Auch wenn er seine Angst nicht verbergen kann, dass sein Englisch dem kritischen Gehör einer aus England stammenden Zuhörerin nicht genügen könnte. Aber die ist genauso begeistert von der Musik aus ihrer Jugend wie alle anderen Besucher, die schon bei den Tönen des ersten Stücks „For Your Love“ von den Yardbirds nicht mehr ruhig stehen können. Beim zweiten Titel „Bad Moon Rising“ von Creedence Clearwater Revival war der gesamte Schlachthof schon zu einer einzigen Tanzfläche geworden und blieb es vier Stunden lang bis nach Mitternacht. Tanzpausen gönnten sich die Allerwenigsten. 

Und die Gents legten nach mit Titeln wie „Route 66“ von den Rolling Stones und „Mony Mony“. Das Schöne an der Nürtinger Gruppe ist, dass Titel wie „Get Back“ von den Beatles nahezu identisch zu den Originalaufnahmen aus den 60er- und 70er-Jahren klingen. Dafür sorgen unter anderem der erstklassige Schlagzeuger Waldemar Janicki und Leadgitarrist Harald Seeger, der sich – im Pink-Floyd-T-Shirt passend gekleidet – später auch an die sehr anspruchsvollen Solos von „Another Brick in the wall“ sowie „Sultans of swing“ von den Dire Straits heranwagt und auch diese meistert. Für „Davy’s On The Road Again“, bei dem Rainer Botzenhardt an den Keyboards brillieren darf, hat sich „Harry“ Seeger sogar ein ganz eigenes Gitarrensolo ausgedacht, das hervorragend zur Musik passt. Gitarrist und Hauptsänger Rudolf Bayer gelang es auch noch mit seinem selbsternannten „Dinkelacker-Spoiler“, die Stimmung weiter anzuheizen, unter anderem mit „Come On And Sing“ von den Rattles. 

Nach nur zehn Minuten Pause nach einer Stunde Spielzeit durften sich drei Schlagzeug-Schüler von Waldemar Janickis Musikschule bei den Titeln „Come Together“ von den Beatles, „Hang On Sloopy“ von den McCoys und „Long Cool Woman“ von den Hollies an den Drums versuchen und machten ihre Sache beim Liveact prima. Das Angebot von „Bongo“ Arnold an die Zuhörer, sich ebenfalls mal am Schlagzeug zu probieren, wollte dann aber doch keiner annehmen. So setzte sich der bewährte Janicki wieder hinter die Trommeln für „Green River“. 

Ob nun „Spicks and Specks“ von den Bee Gees, „When you walk in the room“ von den Searchers, „Poor Boy“ von den Lords oder „Light my fire“ von den Doors – die Zuhörer gingen immer frenetisch mit. Auch die neue Einlage der Gents mit einem Block mit deutschen Texten, darunter „Marmor Stein und Eisen bricht“, kam sehr gut an. Die Besucher tanzten bis nach Mitternacht weiter. Sowohl das Spielen der Musik aus der Jugend als auch das Tanzen dazu halten eben jung. 

 

Flower Power verwelkt eben nicht

 

Band und Fans gleichermaßen in Hochform: Die Kult-Party zugunsten unserer Aktion „Licht der Hoffnung“ im Nürtinger Schlachthofbräu war einmal mehr grandios. jg/Fotos: Jüptner 

 

Die Gents im Nürtinger Schlachthof: Die große Zeit des Beat lebte einmal mehr auf 

Draußen herrschte klirrende Kälte – doch so tief können die Temperaturen offensichtlich gar nicht sinken, als dass die Fans der Gents nicht ins Schwitzen kämen. Auf jeden Fall war die Stimmung bei der Kult-Party zugunsten unserer Aktion „Licht der Hoffnung“ am Vorabend des Dreikönigstags im Schlachthofbräu einmal mehr grandios.

7.1.2017 Von Jürgen Gerrmann in der Nürtinger Zeitung

NÜRTINGEN. Offenkundig hatte der Wintereinbruch einige Fans abgehalten, sich gen Nürtingen aufzumachen. Doch das focht die, die da waren, nicht an: Sie stürzten sich in den Taumel der großen Hits ihrer Jugend, den die da oben auf der Bühne entfachten, und es war einfach phänomenal, wie Band und Fans noch um Mitternacht Gas geben konnten und es bei „Johnny B. Goode“, „Born to be wild“ oder „Radar Love“ auch zu spätester Stunde kein Halten mehr gab. 

Was vielleicht auch daran lag, dass die Stehblues-Quote zuvor im Vergleich zu den Vorjahren erhöht worden war. Dieser Tanz, der in Fachkreisen als einer der schwierigsten überhaupt gilt, ermöglicht es einem ja auch, neue Kräfte für den Endspurt zu sammeln. 

Alle gaben ihr Bestes an diesem schlichtweg tollen Abend: Rainer Botzenhardt war an der „Hammond-Orgel“ ein sicherer Rückhalt, nicht nur bei Hits wie „Spicks and Specks“ von den Bee Gees. Rudi Bayer tobte sich sowohl mit seiner Stimme als auch mit seiner Gitarre so richtig aus und hielt die Stimmung am Kochen. Gitarrenprofessor Harald Seeger ließ einen immer wieder nur ungläubig über das staunen, was er mit seinem Instrument zu zelebrieren versteht – ganz gleich, ob es nun um High Speed wie bei „Greensleeves“ oder Langsames wie „Hey Joe“. 

Waldemar Janicki, der Magier am Schlagzeug, wollte mit seinem Kult-Solo beim im Original eher unscheinbaren Tremeloes-Liedchens „Here comes my baby“ gar nicht mehr aufhören (und die Fans ihn gar nicht mehr aufhören lassen). Und Wolfgang „Bongo“ Arnold am Bass konnte man einmal mehr als Kristallisationspunkt all dessen erleben, was die Gents seit nun mehr als 50 Jahren ausmacht. Und sein Kristall leuchtete vorgestern wie eh und je: von innen heraus. 

Einmal mehr Klasse der Titel-Mix, mit dem die Gents den Saal wie eh und je zum Kochen brachten: Wohl dosierte Kult-Songs wie „Hey Jude“, jede Menge Hits aus der zweiten Reihe (wie „Gimme, gimme good lovin’“), von den Legenden des Beat eher wenig Gespieltes und auch Überraschendes. Wie heuer die deutschsprachigen Farbtupfer: Hubert von Goiserns „Weit, weit weg“ oder Marius Müller Westernhagens Hymne „Freiheit“, die als letztes Stück zelebriert wurden. 

Dann gingen alle nach Hause. Erschöpft, aber glücklich. Flower Power verwelkt eben nicht. So kalt es draußen auch sein mag. 

Nürtinger Zeitung 9.1.2017

 

Der Mythos lebt wie eh und je

 

 

Nürtinger Zeitung 7.1.2016 von Jürgen Gerrmann

 

Der Jungbrunnen sprudelt nach wie vor: Vorgestern Abend konnte man im Nürtinger Schlachthofbräu wieder mitten in die eigene Jugend eintauchen – bei der (mindestens) zwölften Kult-Party mit den Gents ging es einmal mehr hoch her. Und das Licht der Lebensfreude und der Hoffnung strahlte hell.

 NÜRTINGEN. Im Grunde war es das Altvertraute und eine Premiere zugleich: Hits der goldenen Ära des Beat sind die Basis, auf der das ganze Abtanz-Vergnügen aufbaut. Den Fans der Gents gingen sie im Lauf von fünf Jahrzehnten quasi in Fleisch und Blut über – deswegen kann die Textsicherheit dieser Generation kaum erstaunen. Und so wurde auch diesmal nach Herzenslust mitgesungen, was die Jungs auf der Bühne aus Jugendzeiten zu neuem Leben erweckten.

    Womit wir bei der Premiere wären: Die Gents bestritten die Kult-Party in einer neuen Besetzung. Aus der Gründerzeit war nur noch Wolfgang „Bongo“ Arnold dabei – wie immer ein Bass-Mann erster Güte, Antreiber und Stimmungskanone.

    Der Mann am Schlagzeug ist nun bereits der mit der zweitlängsten „Dienstzeit in der Truppe“: Waldemar Janicki lässt einen als Drummer immer wieder nur so staunen. „Here comes my Baby“ – ein solch geniales Solo wie er haben wohl selbst die Tremeloes nicht hingekriegt. Auch „Gitarrenprofessor“ Harald Seeger lieferte wieder eine Glanzpartie ab. Seine Soli sind ebenfalls wahre Glanzlichter und bringen den Saal immer wieder zum Kochen.

   Womit wir bei den beiden Novizen des Abends wären: Rainer Botzenhardt (Keyboard) und Rudi Bayer (Gesang und Gitarre) boten einen grandiosen Einstand und fügten sich ins Gents-Puzzle so nahtlos ein, als wären sie schon immer dabei gewesen. Und dabei hatte man doch gerade mal zehn Proben Zeit, um über 50 Songs einzuüben. Wenn man das weiß, dann bleibt für diesen Abend schlichtweg nur ein Prädikat übrig: einfach Spitzenklasse!

 Da wurden Ohrwürmer, die rund ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel haben, regelrecht zelebriert – „Davy’s on the road again“ von Manfred Mann’s Earthband ebenso wie „Green Onions“ von Booker T. & the MG’s oder „Black Night“ von Deep Purple.

   Wenn Vergangenheit plötzlich Gegenwart wird . . .

 Die große Stärke und Faszination der Gents-Partys besteht freilich darin, dass eben das, was einem auf diversen Radiokanälen immer als „größte Hits aller Zeiten“ vorgedudelt wird, eher am Rande vorkommt. Die wahren Gents-Perlen sind die Songs, die zwar auch mittendrin im Hitparaden-Geschehen waren, aber es nicht unbedingt ganz nach oben schafften (oder zumindest nicht lange).

   Aber auch (oder gerade) mit ihnen verknüpfen sich ja auch ganz persönliche Erinnerungen. Und wenn die Gents loslegen, dann wird auch Vergangenheit ganz plötzlich wieder Gegenwart, dann scheint es, als ob die Zeit Jahrzehnte lang still gestanden wäre, dann ist alles und sind alle wieder beim Alten. Nein, halt: beim Jungen. Die auf dem Parkett schwofen, die auf der Bühne abrocken, und die unvergleichliche Atmosphäre, die einen damals wie heute gefangen nimmt.

   Auch wenn der Stehblues-Anteil (für manche bedauerlicherweise) mit den alten Zeiten nicht mehr ganz mithalten kann, so gilt doch: Der Mythos Gents lebt – wie eh und je. Anders wäre es ja wohl kaum zu erklären, dass Jahr um Jahr am Abend vor Dreikönig fast 300 Leute in den Schlachthofbräu pilgern, um sich in einen Taumel zu stürzen, der einen offensichtlich ein ganzes Leben nicht loslässt.

 Wenn das unsere Eltern, die angesichts dieser Musik den Weltuntergang nahe wähnten, wüssten . . .